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Gemeinsam durch den Ganz(en)Tag

 

"Lernzeiten statt Hausaufgaben"

Die Stadtschule betreut über 100 Schülerinnen und Schüler fast täglich von 7.45 Uhr bis 14.30 Uhr. Der Ganztag mit seinem erweiterten Schulalltag bietet viele positive Bedingungen alternative Hausaufgabenmodell, wie das der Lernzeit zu entwickeln, erproben und ständig zu evaluieren.

Aktuell arbeiten wir in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften mit und ohne Eltern, in pädagogischen Konferenzen, an pädagogischen Tagen und in unseren Jahrgangsteams an einem passenden Lernzeitkonzept für die Stadtschule Michelstadt.

Vorab ein kleiner Film über Lernzeiten an verschieden Schulen und Schulformen.

Unsere Philosophie

An der Stadtschule Michelstadt soll es in naher Zukunft für alle Schülerinnen und Schüler tägliche Lernzeiten geben. Diese sollen so strukturiert und durchgeführt werden, dass die Kinder Freude am Lernen haben und immer wieder motoviert werden zu lernen. Sie Sozial-, Personal-, Methoden- und Fachkompetenzen sollen dadurch gefordert und gefördert werden. Besondere Begabungen sollen erkannt und gefördert, Benachteiligungen ausgeglichen werden. Im Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichen Lernausgangslagen und Lernmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler haben wir das Ziel ihre Verschiedenheit anzunehmen und durch Differenzierung im Unterricht jedes einzelne Kind in seiner Lernentwicklung individuell zu fördern.

Aus diesem Grund wollen wir den Kindern differenzierte Lernaufgaben geben, die in der Schule unter gleichen Voraussetzungen erledigt werden können. Klassische Hausaufgaben leisten dies nicht, weil sie zu stark von Faktoren abhängen, die Schüler nicht beeinflussen können (z.B. Ausstattung der Lernumgebung) oder ihrem Können nicht entsprechen (Über- oder Unterforderung der Kinder). Dem steht unser Schule gegenüber, die allen Kindern dieselbe Ausstattung geben möchte und somit eine gerechtere Ausgangslage bieten will. An der Stadtschule sollen dann Lernaufgaben (mit der Möglichkeit der Unterstützung durch den eigenen Klassenlehrer) angeboten werden.

Der Ganztag mit seinem erweiterten Schulalltag bietet positive Bedingungen alternative Hausaufgabenmodelle, wie das der Lernzeit zu erproben, zu entwickeln und ständig zu evaluieren. Dabei ist es wichtig, dass den Schülerinnen und Schülern von Anfang an verdeutlich wird, dass sie im Vordergrund der Lernzeit stehen. Es geht darum, ihre eigenen Kompetenzen zu stärken und zu verbessern. Sie Schüler werden mit Sicherheit motivierter durch ihre Lernzeit gehen, wenn ihnen bewusst wird, dass sie es mit Lernzeit-Aufgaben zu haben, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Ziel ist es auch u.a. die Kinder darauf vorzubereiten selbständig zu arbeiten und dadurch zu lernen.

Hier die wichtigsten Fragen zu Lernzeiten an der Stadtschule kurz und knapp beantwortet.

Benötigen Sie weitere Informationen? Lassen Sie es uns über das Kontaktformular oder per Email wissen...

 

1. Warum wir Lernzeiten statt Hausaufgaben wollen?

  • Unsere Stadtschulkinder sollen Freude am Lernen haben und Verantwortung für ihr Lernen übernehmen.

  • Wir wollen besondere Begabungen und herkunftsbedingte Benachteiligungen besser ausgleichen.

  • Viele Kinder sind mit der selbstständigen Bearbeitung der Hausaufgaben überfordert und können keine Hilfe durch ihr Elternhaus erhalten.

  • Hausaufgaben verursachen häusliche Konflikte in den Familien.

  • In Lernzeiten kann das Lernen reflektiert werden und die Lehrer können dabei beraten.

 

...hier ein kleiner Auszug aus unserem Konzept-Entwurf, an dem wir schon seit einiger Zeit arbeiten...den wir verbessern...anpassen...überarbeiten...aktuell ausprobieren (Februar 2018)...anschließend evaluieren...und dann wieder auf unsere Schülerschaft anpassen. 

 

2. Was bedeutet Lernzeiten überhaupt?

  • Lernzeiten sind Übungszeiten am Vormittag, in denen die Kinder mit einem sogenannten Lernzeitplan möglichst selbstständig an Inhalten der Fächer Mathematik und Deutsch arbeiten.

  • Die Lernzeiten finden bei der Klassenlehrkraft statt und sind an den aktuellen Unterrichtsinhalten orientiert.

  • Die Dauer der Lernzeit variiert je nach Jahrgangsstufe zwischen 30 und 45 Minuten.

  • Die erledigten Aufgaben werden durch die Klassenlehrkraft oder durch Selbstkontrolle kontrolliert.

 

 3. Was ist das Ziel der Lernzeit?

  • Förderung und Forderung aller Kinder (siehe auch hess. Schulgesetz § 2,3)

  • Selbstständiges Lernen und Selbstreflexionsphasen durch den Lernzeitplan als Vorbereitung auf die weiterführenden Schulen (siehe auch Kerncurriculum Hessen, S.5).

  • Minderung sozialer Ungleichheit

  • bessere Integration von „Hausaufgaben“/ „Übungsaufgaben“ in den Schulalltag (Ganztag)

  • neues „Fenster zur Schule“ schaffen -> Eltern erhalten Einblick in das Lernen ihrer Kinder

  • Steigerung der Lerneffektivität durch flexibles Reagieren und Nachsteuern durch Lehrkraft, falls Aufgaben zu schwer oder zu leicht

  • Reduzierung der Hausaufgaben auf kleine, zeitlich begrenzte Übungsaufgaben (häusliches Üben)

  • Effektivere Nutzung der Unterrichtszeit, da Hausaufgaben nicht mehr aufgegeben und kontrolliert werden müssen.

     

 4. Didaktische Schwerpunktthemen in den Jahrgängen

Vorklasse

Die Kinder sollen den Umgang mit den Materialien, das Lesen des Plans und das selbstständige Abhaken üben.   

Jahrgang1              

Die Kinder sollen lernen in vorgegebener Zeit verschiedene Aufgaben zu erledigen.

Jahrgang2

Die Kinder sollen lernen ihre Arbeiten und Aufgaben selbst zu kontrollieren und zu verbessern.

Jahrgang3

Die Kinder sollen lernen in verschiedenen Sozialformen (Partner-, Gruppenarbeit) Aufgaben zu erledigen.

Jahrgang 4

Die Kinder sollen lernen sich selbstständig Aufgaben zu suchen, die ihrem individuellen Übungsbedarf entsprechen.

Lerninsel

Die Schwerpunktthemen der Lerninselkinder orientieren sich an dem individuellen Schwerpunkt des einzelnen Kindes.

 

5. Woher weiß ich, was mein Kind in der Lernzeit arbeitet?

  • Jedes Kind erhält einen Lernzeitplan. In diesen wird entweder von der Lehrkraft oder dem Kind (je nach Jahrgangsstufe) eingetragen, was es in der Lernzeit arbeitet.

 

  • Der Lernzeitplan wird immer freitags mit nach Hause gegeben, damit Sie als Eltern sehen    können, was Ihr Kind in dieser Zeit gelernt und gearbeitet hat.
  • An Elternabenden besteht die Möglichkeit der Sichtung vieler der genutzten Materialien.

 

6. Gibt es trotzdem Hausaufgaben?

  • Die Klassenlehrkraft kann die Lernzeiten am Vormittag jeder Zeit durch häusliche Übungen am Nachmittag ergänzen.
  • Häusliche Übungen sind z.B. Kopfrechnen, Lernwörter üben, Lesen, etc.

 

 

 

7. Was passiert, wenn mein Kind während der Lernzeit „schludert“?

  • Arbeitet ein Kind in der Lernzeit zu wenig, kann es von der Klassenlehrkraft „Restaufgaben“  erhalten. Diese bekommt es durch die Klassenlehrkraft mit nach Hause gegeben.

 

 

Häufige Eltern-Fragen zu "Lernzeiten"

1) Wird mit Lernzeiten anstatt Hausaufgaben den Eltern verboten, ihren Kindern zu Helfen?

Wir können und wollen Ihnen nichts verbieten. Wir wollen Sie als Eltern durch die Lernzeiten entlasten. Ein häuslicher Konfliktherd verschwindet dadurch. Bestimmte "Häusliche Übungen" und "Restaufgaben" halten wir nach wie vor für sinnvoll.

2) Wie sollen Eltern erfahren, wie ihr Kind lernt, wenn es keine Hausaufgaben mehr gibt?

In dem Lernzeitplan werden die Ziele, Ergebnisse und Rückmeldungen von den Schüler/innen und Lehrkräften eingetragen. Eltern erhalten dadurch wöchentlich ein kurzes Feedback was und wie viel Ihr Kind in der Lernzeit gearbeitet hat.

3) Welche Aufgaben erhalten die Kinder für die Lernzeiten?

Lernzeit-Aufgaben, die in der Schule erledigt werden bilden eine didaktische Einheit mit dem "normalen" Deutsch- und Mathematikunterricht. D.h. in den Lernzeiten wird das Gelernte aus dem Unterricht vor allem vertieft. Dies geschieht durch bereitgestellte Materialien, wie Logicos, Karteien, Arbeitsblätter, Arbeitshefte, Computer, Schulbücher, etc. zu aktuellen Themen. Ein konkretes Beispiel: Im Unterricht wird das Einmaleins eingeführt und erste Aufgaben gerechnet. In der Lernzeit werden das Einmaleins  auf unterschiedliche Weisen geübt.

4) Welche Hilfen können die Kinder in den Lernzeiten erhalten?

Die Kinder erhalten nur so viel Hilfe wie notwendig ist. Einige brauchen dabei mehr, andere weniger. Die Schüler/innen sollen zur Selbstständigkeit erzogen und dabei von uns unterstützt werden. Dazu gehört das selbstständige Fehler verbessern, das Selbsteinschätzen, verschiedene Lernstrategien zu erlernen, das Einhalten von Regeln und vieles mehr.

5) Braucht man neben den Lernzeiten noch Förderunterricht?

Wir werden an der Stadtschule weiterhin Förderkurse

  • für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache,
  • Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche,
  • Kinder mit Schwächen im Fach Mathematik anbieten.

6) Wie gelingt der Übergang in die weiterführende Schule mit Hausaufgaben?

Auch in den weiterführenden Schulen wird über das Thema Hausaufgaben diskutiert. Einzelne Schulen probieren derzeit auch schon erste Lernzeit-Modelle andere Schulen beschäftigen sich mit dem zeitlichen Umfang, den Hausaufgaben beanspruchen sollen. Wir wollen den Stadtschul-Kindern diesen Übergang durch einen Wechsel von Lernzeiten und Hausaufgaben im 4. Schuljahr erleichtern. Dh. konkret, dass die Kinder an zwei Tagen die Woche Lernzeiten am Vormittag haben sollen und an den anderen Tagen Hausaufgaben.

 7) Haben die Lehrer dadurch nicht viel mehr Vorbereitungsarbeit?

Die Erstellung der Lernzeitpläne erfordert von den Lehrkräften im Vorfeld, dass sie sich im Team zusammensetzen und die Inhalte/ Themen gemeinsam besprechen, Materialien heraussuchen, bereitstellen und den Plan entwerfen. Während der Durchführung achten Sie darauf, dass alle Kinder die geforderten Aufgaben erledigen, korrigieren diese zum Teil (ab Klasse 2 arbeiten wir verstärkt mit Selbstkontrolle), loben, motivieren und leisten individuell Hilfestellung.

Gleichzeitig fällt für die Kollege/Innen die Vorbereitung und Bereitstellung der klassischen Hausaufgaben weg. Eine Erleichterung und Zeitersparnis erfahren sie und auch Ihre Kinder vor allem dadurch, dass die Hausaufgaben im Unterricht nicht mehr erklärt, besprochen und korrigiert werden müssen. Dies kann vor allem in den Jahrgängen 1 und 2 häufig bis zu 15/20 Minuten täglich in Anspruch nehmen. Diese Zeit kann nun zum Lernen genutzt werden.

8) Bietet die Stadtschule dann trotzdem noch eine Betreuung bis 14.30 Uhr an oder fällt diese weg?

Die Nachmittagsbetreuung bleibt für die Kinder der Stadtschule natürlich bis 14.30 Uhr erhalten. Statt Hausaufgabenbetreuung bieten wir dann neben "Zeit für häusliches Üben" und "Hausaufgabenbetreuung für Jahrgang 4" verschiedene Arbeitsgruppen an. Diese bieten die Möglichkeit, dass die Kinder am Mittag ihren individuellen Vorlieben nachkommen können. Sie können z.B. Sport machen, sich künstlerisch betätigen, forschen, etc... 

Da wir in Jahrgang 4 eine Kombination aus Hausaufgaben und Lernzeiten anbieten wollen. Wird für diesen Jahrgang auch mindestens zweimal die Woche eine Hausaufgabenbetreuung angeboten werden.

9) Wie erhalte ich (täglich Einsicht) in die Lernzeit?

Alle Aufgaben, die die Kinder in der Lernzeit bearbeiten werden in dem Lernzeitplan notiert. Der Lernzeitplan wird den Kindern immer freitags mit nach Hause gegeben, damit Sie als Eltern einen Überblick über die gelernten Inhalte und das Arbeitsverhalten Ihres Kindes erhalten.

 10) Kann man trotz Lernzeit auch "Lernpläne" zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten mit nach Hause geben?

Ja, die Klassenlehrer können den Kindern zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten "Lernpläne/ Übe für die Arbeit" mit nach Hause geben.

11) Wie gelingt strukturiertes Arbeiten in der Lernzeit?

Der Lernzeitplan ist das strukturgebende Instrument der Lernzeit an der Stadtschule

Jedes Kind wird einen eigenen Lernzeit-Schnellhefter (orange) besitzen, in welchem die Lernzeitpläne gesammelt werden. Der Lernzeitplan enthält verschiedene Arbeitsaufträge und Aufgaben zu Mathematik, Deutsch und Zusatzaufgaben. Ihr Kind und die Lehrkraft dokumentieren die Erledigung der Aufgaben und reflektieren die Lernergebnisse. In den einzelnen Jahrgängen unterliegt die Reflexion verschiedenen didaktischen Schwerpunkten (siehe oben Didaktische Schwerpunktthemen in den Jahrgängen).

 

 Materialien

Im Klassenzimmer oder auf dem Flur stehen im Jahrgangsteam abgesprochene Materialien bereit, die an den jeweiligen Inhalt in den Fächern Mathematik und Deutsch angepasst sind. Ein gewisser Grundstock an Materialien wird in allen Klassen gleich sein, da wir Chancengleichheit für Kinder und Transparenz für Eltern schaffen wollen. Die Kinder sind/ werden in den Gebrauch der Materialien eingeführt, was zeitlich nicht in der Lernzeit geschehen muss. Häufig ist das Material den Kindern aus dem Unterrichtsalltag bekannt.

Um die Materialien strukturiert und übersichtlich bereit zu stellen wurden für den aktuellen Jahrgang 1 schon sogenannte "Lernzeitwägen" bestellt. Die anderen Jahrgänge sollen dann nach und nach damit ausgestattet werden.

Aktuell haben sich unsere Kolleg/Innen anders beholfen...

 

12) Welche Gründe sehen die kolleg/Innen der Stadtschule für die Lernzeit?

  • Jedem Kind stehen die gleichen Materialien in der Schule zur Verfügung. -> Chancengerechtigkeit!
  • Wir wollen die Kinder zur Selbstständigkeit erziehen, damit sie in der weiterführenden Schulen/ im weiteren Leben besser bestehen können.
  • Lernzeiten beinhalten einen hohen Übungseffekt.
  • In den Lernzeiten bei der Klassenlehrkraft lernen die Kinder mehr als in den üblichen Förderkursen.
  • Die Zahl der Kinder ohne häusliche Unterstützung bei den Hausaufgaben steigt ständig.
  • Die Kinder freuen sich über die Unterstützung und zeigen sich sehr dankbar.
  • Wir wollen nicht nur die schwachen, sondern auch die starken Kinder fördern! Lernzeit fördert alle Kinder!
  • Viele Eltern finden Lernzeit gut!

 13) Woher kommen die Stunden für die Lernzeit?

Zur Umsetzung der Lernzeit wurde im vergangenen September ein Antrag beim Schulamt und dem Odenwaldkreis gestellt. In diesem wird unserer aktueller Konzeptentwurf aufgezeigt und die Zuweisung der benötigen Stunden beantragt.

Der aktuelle Konzeptentwurf beinhaltet derzeit die Umsetzung von Lernzeit an drei Tagen pro Woche. Je nach Jahrgangsstufe  soll die Lernzeit an diesen Tagen zwischen 30 und 45 Minuten betragen.

Haben Sie noch weitere Fragen? Schreiben Sie uns eine Mail oder Benutzen Sie das Kontaktformular...

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